Einführung in die Chemical Emergency Medical Guidelines (CEMG)

 

BASF praktiziert eine gründliche Gefahrenkontrolle. Zur Vermeidung von Expositionen gegenüber chemischen Substanzen wurden vor allem technische Maßnahmen implementiert (z. B. geschlossene Systeme). Darüber hinaus besteht für die BASF aber die Verpflichtung, auf eine prinzipiell mögliche, unbeabsichtigte Freisetzung von chemischen Substanzen optimal vorbereitet zu sein und zu reagieren. Dies ist besonders relevant bei Chemikalien, die ein Risiko nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für Nachbarn, Lieferanten oder Kunden darstellen können. 

Vor diesem Hintergrund hat die Abteilung Corporate Health Management der BASF SE 1996 die Chemical Emergency Medical Guidelines (CEMG) entwickelt. Die CEMG umfassen 42 chemische Substanzen oder Substanzgruppen. 2025 wurden die Leitlinien komplett überarbeitet, vereinheitlicht und in zwei Versionen je Substanz komprimiert, nämlich BASIC (z.B. für Ersthelfer, Betroffene) und PROFESSIONAL (z.B. für Notfallsanitäter, Notärzte, Ärzte in Kliniken). Die beiden Versionen sind damit anwenderspezifisch angepasst für das Managements einer Exposition bzw. Intoxikation.  

Die Chemical Emergency Medical Guidelines der BASF wurden zur Unterstützung des medizinischen Einsatzpersonals erstellt, das bei akuten Expositionen aufgrund unbeabsichtigter Freisetzung von Chemikalien tätig wird.  

Die CEMG umfassen Handlungsempfehlungen zur Rettung und Dekontamination von exponierten oder intoxikierten Patienten sowie zu deren medizinisch-toxikologischer Bewertung und klinischer (Notfall-) Behandlung inklusive Empfehlungen zum Einsatz von spezifischen Antidoten

Die Kapitel, die medizinische Betreuung und Behandlung betreffen, richten sich anwenderspezifisch an folgende Personengruppen:

  • Ersthelfer, Betroffene => Version BASIC 

  • Notfallsanitäter, Notärzte, Ärzte in der Klinik => Version PROFESSIONAL 

In den beiden Versionen sind die folgenden Informationen und Empfehlungen und mögliche Maßnahmen anwender- und chemikalienspezifisch dargestellt: 

  • Informationen zur Substanz - Synonyme, physikalische und chemische Eigenschaften, Verwendung
  • Exposition - Einatmen, Haut-/Augenkontakt, Verschlucken 
  • Akute gesundheitliche Wirkungen - bezogen auf Organsysteme, die von der akuten Exposition oder möglichen Folgen betroffen sind 

Maßnahmen 

  • Selbstschutz der Helfer 
  • Rettung 
  • Reinigung 
  • Abschätzung der inhalierten Dosis 
  • Dosis-Wirkungs-Beziehungen 
  • Initiale Behandlung 
  • Weiteres Vorgehen und Behandlung
  • Biomonitoring 
  • Entlassung des Patienten / Anweisungen für das weitere Verhalten

Die Instruktionen für das weitere Verhalten beinhalten in Form einer Liste mögliche spezifische Symptome mit Hinweisen, wie der Patient ggf. auf diese Symptome reagieren soll bzw. was er nach Entlassung aus ärztlicher Behandlung zu beachten hat. 
 
Literaturangaben finden sich am Ende jeder chemikalienspezifischen Sektion; diese beziehen sich auf diejenige Literatur, auf die bei der Erstellung der jeweiligen Informationen und Empfehlungen zurückgegriffen wurde.